Natürliche Potenzmittel

Natürliche Potenzmittel – sind sie eine Alternative zu Viagra?

Hier stelle ich einige natürliche Potenzmittel als Alternative zu Viagra vor. Die Informationen beruhen sowohl auf meinen eigenen Erfahrungen mit natürlichen Potenzmitteln und auf Recherchen in Fachbüchern und wissenschaftlichen Artikeln. Aber grundsätzlich ist dies meine eigene Meinung und sollte keinen davon abhalten, sich von einem Arzt beraten zu lassen. Ich werde die Liste nach und nach erweitern.

Potenzmittel oder Aphrodisiakum?

Im Gegensatz zu den verschreibungspflichtigen Potenzmitteln, die mit Hilfe von biochemischen Reaktionen eine Erektion auslösen, setzen natürliche Potenzmittel darauf, mit Stoffen aus der Natur die Potenz zu steigern. Mittel, die das sexuelle Verlangen steigern sollen, nennt man Aphrodisiaka. Bei einigen natürlichen Potenzmitteln können sich die Wirkungen auch mit denen von Medikamenten überschneiden oder ergänzen, z.B. indem die Durchblutung der Gefäße verbessert wird. Andere regen das Lustzentrum im Gehirn an oder steigern die Produktion von Testosteron.

Die Liste der natürlichen Mittel, denen eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt wird, ist lang. Die Liste der natürlichen Potenzmittel, bei denen eine Wirkung trotz vieler Versuche und Studien nie nachgewiesen werden konnte, ist fast genauso lang.

Bekannte Potenzmittel und potenzfördernde Stoffe

Unten aufgeführt sind nur die bekanntesten und am meisten beworbenen Potenzmittel. Produkte und Stoffe, die auf bunten dubiosen Internetseiten eine „steinharte Erektion“ versprechen, aber tatsächlich ohne Wirkung sind, habe ich garnicht erst aufgenommen. Leider sind bei angeblichen natürlichen Potenzmittel viele Produkte, deren Wirkung wohl höchstens auf dem Placebo-Effekt beruhen. Wirklich nachgewiesene Wirkung in Kombination mit geringen oder keinen Nebenwirkungen sind nach meiner Recherche wirklich selten.

Für den Anfang möchte ich mit einigen der wohl bekanntesten Potenzmitteln beginnen.

Yohimbin

Der Wirkstoff Yohimbin wird aus einer aus Westafrika stammenden Baumrinde namens Yohimbe gewonnen und ist wohl einer der bekanntesten natürlichen Potenzmittel und Alternativen zu Viagra. Der Grund dafür liegt schlicht darin, dass es sich bei Yohimbe um den vor der Einführung von Viagra meistverschriebenen Wirkstoff zur Behandlung der erektilen Dysfunktion handelte. Yohimbe besitzt eine aphrodisierende Wirkung auf beide Geschlechter und fördert die Durchblutung der Leistengegend.  Da es bei Yohimbe nicht unwesentliche Nebenwirkungen gibt, ist es genauso wie Viagra verschreibungspflichtig.

In homöopathischer Lösung ist Yohimbin jedoch frei verkäuflich – nur wirken homöopathische Medikamente nicht. Höchstens über den sogenannten Placebo-Effekt – Sie denken, dass sich was verbessert, allein weil eine Pille genommen wurde. Wenn Sie ein Freund der Homöopathie sind, kaufen Sie beruhigt aus seröser deutscher Quelle Yohimbin – es ist nichts drin was wirkt und es sollte auch nichts drin sein, was schadet.

L-Arginin

Bei L-Arginin handelt es sich um eine natürliche Aminosäure, die unter anderem für die Stickstoffmonoxid-Produktion (NO) in unserem Körper verantwortlich ist. L-Arginin produziert den für die Erektion so wichtigen Stoff NO, Viagra hemmt den Abbau des NO. Die Wirkungsweise von L-Arginin ist daher der von Viagra (siehe Artikel zum Wirkstoff von Viagra „Sildenafil„) recht ähnlich. Da es bei L-Arginin keine Nebenwirkungen gibt, ist L-Arginin nicht verschreibungspflichtig.

Im Umfeld der natürlichen Potenzmittel bildet L-Arginin eine Ausnahme: Üblicherweise gelingt es bei natürlichen Potenzmitteln nicht, eine Wirksamkeit ordentlich nachzuweisen. L-Arginin ist vermutlich das einzige natürliche Potenzmittel, dass auch an Universitäten erfolgreich getestet wurde. In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass L-Arginin bei vielen Teilnehmern der Untersuchung eine erektionssteigernde Wirkung hat. Die Studien schliessen den Placebo-Effekt aus und konnten eine sehr gute Wirksamkeit von L-Arginin nachweisen. Laut dieser Studien ist eine langfristige, regelmäßige und hochdosierte Einnahme von mindestens 3.000 mg, besser aber 5.000 mg pro Tag eine wichtige Voraussetzung, um den gewünschten erektionsfördernden Effekt zu erreichen. Dann aber wirkt Arginin frei von Nebenwirkungen.

In der Produktion und Lagerung sind Produkte mit dem Wirkstoff L-Arginin sorgfältig zu behandeln, so dass man meiner Meinung nach auf eine gute Qualität achten sollte.

Ginseng

Bereits aus der TV-Werbung ist Ginseng, genauer gesagt die Ginseng-Wurzel, recht bekannt geworden. Tatsächlich werden ihr alle möglichen positiven Wirkungen wie z.B. gesteigerte Potenz, Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, Verjüngung des gesamten Organismus u.v.m. nachgesagt. Um überhaupt eine Wirkung erzielen zu können, müssten die Wirkstoffe in deutlich höheren Konzentrationen, als es in den derzeit erhältlichen Produkten der Fall ist, vorliegen.

Studien über die Wirksamkeit von Ginseng konnten die nachgesagten Wirkungen in der Regel nicht bestätigen, da jedoch die Qualität der Wurzeln und somit auch die Wirkstoffkonzentration teilweise extrem schwanken sind diese Studien vermutlich nicht sehr aussagekräftig. Obwohl bei der Einnahme von Ginseng Nebenwirkungen wie z.B. erhöhter Blutdruck, Schlaflosigkeit und Durchfall auftreten können, ist es nicht verschreibungspflichtig. Das ist zumindest das Ergebnis meiner Recherchen.

Spanische Fliege

Bei der spanischen Fliege handelt es sich um ein Aphrodisiakum in Form eines Giftstoffes, der aus einem Käfer gewonnen wird. Da die inneren Organe als auch die Geschlechtsorgane durch die Spanische Fliege gereizt werden, wird es nur in homöopathischen Dosen verabreicht. Zumindest in Deutschland sind höhere Dosierungen nicht erlaubt. Eine potenzsteigernde Wirkung der Spanischen Fliege wurde nie belegt.

Zink

Zink ist doch in vielen, ganz normalen Nahrungsergänzungen enthalten – da ist es ein Potenzmittel? Nein, natürlich nicht. Nur weil Da Zink für die Produktion von Testosteron benötigt wird, zähle ich es hier auf. Denn ein Zinkmangel im Körper reduziert die Testosteronkonzentration und als Folge nimmt sowohl das Durchhaltevermögen als auch die generelle Lust auf Sex ab. Da nicht erwiesen ist, ob der Organismus Zink aus hochdosierten Multimineralpräparaten aufnehmen kann sollte man auf natürliche Zinklieferanten wie z.B. Austern, Kürbiskerne, Linsen oder Sauerkraut zurückgreifen.

Peniscreme

Durch derartige Cremes, die man meist in Erotikshops erhält, soll der Samenerguss hinausgezögert werden. Zudem soll das Erektionsvermögen oder zumindest stärkere Erektion möglich sein. Die Verzögerung des Samenergusses wird durch Benzocain, ein örtliches Betäubungsmittel, erreicht. Dass damit tatsächlich eine bessere stärkere Erektion möglich ist ist nicht belegt. Mittel wie Nikotinsäureester, Paprika- und Cayennepfeffer sollen die Durchblutung des Penis und auch der Klitoris fördern. Dadurch soll die Lust und die Erektion verstärkt werden. Berichten von Anwendern zufolge sollen die Cremes ein Brennen auf der Eichel und der Vaginalschleimhaut erzeugen. Zudem kann das Benzocain Allergien auslösen. Die Verwendung ist insgesamt also eher fragwürdig.

Stichwein (Tribulus Terrestris)

Bei Stichwein oder Tribulus Terrestris handelt es sich um einen Strauch, der vor allem in Indien, Afrika und auf dem Balkan anzutreffen ist.  Burzeldorn ist der deutsche Name. Bereits seit ca. 5000 Jahren wird das getrocknete Pulver der Pflanze samt der Früchte in der traditionellen chinesischen und indischen Medizin als Aphrodisiaka eingesetzt. Man sagt der Pflanze eine testosteronsteigernde Wirkung nach indem sie die körpereigene Produktion des luteinisierenden (LH-) Hormons erhöht, welches wiederum die Testosteronproduktion bei Männern und die Östrogenproduktion bei Frauen anregt.

Aufgrund dieser Wirkung setzten osteuropäische Sportler Stichwein ein um bessere Leistungen im Sport zu erzielen. Dadurch wurde die Pflanze schlagartig populär als dies vor einigen Jahren bekannt wurde. Ein Verbot für Stichwein existiert bisher nicht, was schlicht darauf zurückzuführen ist, dass es keine zweifelsfrei nachgewiesene Wirkung gibt. Es gibt zwar eine Studie, in denen eine gesteigerte Testosteronproduktion angeblich belegt wurde, diese wurden jedoch durch vom Hersteller eines Produktes mit Tribilus Terrestris finanziert. Insofern darf die Aussagekraft dieser Studie und letztendlich auch die Wirkung von Stichwein angezweifelt werden.

Vasomax (Phentolamin)

Die Wirkungsweise von Vasomax ähnelt der von Viagra, da es die Blutgefäße im Penis erweitern soll. Es wurde ursprünglich als Blutdrucksenker entwickelt. Durch die Blockierung von bestimmten Neurotransmittern im Gehirn werden über mehrere Zwischenstufen letzten Endes Muskelzellen in den Schwellkörpern des Penis entspannt. Als Folge richtet das einströmende Blut den Penis auf. Der Vorteil liegt darin, dass Vasomax im Gegensatz zu Viagra keine Nebenwirkungen hat. Der Nachteil: eine nachgewiesene Wirksamkeit als Potenzmittel gibt es nicht. Klinische Tests bewiesen dies, daher wurde es in den USA nicht als Medikament zugelassen. Das ist aber ein schwieriges Thema, am Ende sollte man sich das Produkt wohl besser nur vom Arzt verschreiben oder empfehlen lassen.

Maca (Lepidium Meyenii Walp)

Bei Maca handelt es sich um eine aus den südamerikanischen Anden stammende Pflanze. Schon die Inkas sollen damals Maca als Aphrodisiakum verwendet haben. Heutzutage gilt Maca als „natürliches Viagra“. Der Ruf ist jedoch fragwürdig da Maca nicht die Erektion sondern die Libido, also den Sexualtrieb fördern soll. Deswegen ist Maca prinzipiell auch für Frauen geeignet. In Maca Präparaten findet sich das getrocknete Pulver der Macawurzel. Dieses enthält unter anderem eine Vielzahl von Aminosäuren und Glycosiden sowie die Wirkstoffe Macaen und Macamid. Diesen Wirkstoffen wurde eine libidosteigernde Wirkung nachgewiesen. Maca ist in Apotheken, Reformhäusern und im Versandhandel rezeptfrei erhältlich. Als lustförderndes Mittel hat Maca also durchaus seine Existenzberechtigung. Bei Erektionsproblemen sollte man sich aber nach einem anderen natürlichen Potenzmittel wie L-Arginin umschauen. Man kann natürlich auch beides kombinieren.

Horny Goat Weed (Aceranthus sagittatum)

Horny Goat Weed – hinter diesem Namen, der zum Schmunzeln anregt, steckt ein pflanzliches Mittel, welches die Potenz und vor allem die Lust auf Sex steigern kann. Damit gehört es in die Kategorie Aphrodisiaka. Es stammt aus China, wo es sich angeblich seit über 2000 Jahren als Aphrodisiaka eingesetzt wird. Yin Yang Huo wird das Horny Goat Weed dort genannt. Durch chinesische Wissenschaftler (ein Zufall?) wurde in den Stengeln und Blättern der Pflanze gefäßerweiternde Substanzen gefunden. Zudem wurde das Flavonoid (Pflanzenstoff) Icariin gefunden, welches den Testosteronspiegel erhöht. Es sollen sogar Substanzen enthalten sein, welche die Nerven stimulieren und dadurch die sexuelle Erregung verstärken. Horny Goat Weed ist in Form von Kapseln erhältlich. Die Ansätze zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion sind durchaus positiv, fundierte Erkenntnisse durch Studien wie z.B. bei L-Arginin existieren meines Wissens jedoch nicht. Ob das „geile Ziegenkraut“ also hält was es verspricht möchte ich ernsthaft anzweifeln.

Amazonas Potenzholz (Ptychopetalum oleacoides)

Holz als natürliches Potenzmittel? In der Tat gilt das Holz dieses Baumes als Aphrodisiakum. Die geläufige Bezeichnung ist „Muira puama“ und die Herkunft des Baumes ist, wie der Name schon sagt, das Amazonasgebiet. Zur Anwendung wird die Rinde und das Holz verwendet, die Blätter hingegen nicht. In einer Studie, in der die Teilnehmer zwei Wochen lang 1 bis 1,5 Gramm Muira puama Extrakt eingenommen haben, berichteten die Hälfte der Teilnehmer von einer verbesserten Erektion und Steigerung des sexuellen Verlangens. Dies soll an hormonähnlichen Steroiden und Sterolen liegen, die im Potenzholz gefunden wurden. Deswegen soll es sogar bei Frauen eine luststeigernde Wirkung haben.