Untersuchungen bei erektiler Dysfunktion

Untersuchungen bei erektiler Dysfunktion

Immer wieder werde ich gefragt, was denn der Urologe eigentlich so gemacht hat, als ich zu ihm wegen meiner Potenzprobleme gegangen bin. Grund genug, dies einmal zusammenzufassen und Euch die Angst zu nehmen. Der Urologe ist der Fachmann, der Euch untersuchen kann. Das ist nur wenig unangenehm und daher empfehle ich jedem die Untersuchung durch den Facharzt.

1. Der Hausarzt

Der Hausarzt ist für viele der erste Ansprechpartner. Er wird aber selbst nicht tätig werden, sondern Dich sowieso zum Facharzt, dem Urologen bzw. Andrologen schicken. Bei Kassenpatienten ist der Weg über den Hausarzt aber meiner Kenntnis nach Pflicht, denn der Urologe behandelt Kassenpatienten scheinbar nicht ohne Überweisung. In dem Punkt bin ich mir nicht sicher – aber da ich privat versichert bin und sich die Gesundheitsgesetze sowieso alle Nase lang ändern – einfach mal beim Hausarzt fragen!

2. Der Urologe oder Androloge

Der Hausarzt wird euch zum Fachmann für erektile Dysfunktion überweisen: dem Urologen bzw. Andrologen. Beides sind Facharztgebiete. Der Urologe ist der Facharzt für die Geschlechtsorgane, Nieren und Harnfunktionen von Mann und Frau. Der Androloge ist der Spezialist für Männerkrankheiten und im Zweifel kennt er sich noch besser als der Urologe mit dem Thema Potenzstörungen aus. Aber auch jeder Urologe beherrscht die Disziplin „erektile Dysfunktion“ aus dem FF.

3. Die Befragung

Der Arzt wird Dich zunächst über Dein Sexualleben befragen. Er macht das nicht zum ersten Mal und geht das Ganze völlig anders an, als wenn Du Dich sonst mit jemandem über Sex unterhältst. Er ist zwar (in meinem Fall) freundlich, aber ebenfalls auch sachlich und hat nicht das zweideutige Grinsen auf dem Gesicht, dass Deine Freunde hätten. Manchmal befragt der Urologe auch den Partner, wenn Du das erlaubst und wenn das sinnvoll erscheint. Aber ich glaube, das ist eher die Ausnahme.

Insbesondere geht der Arzt natürlich auf Deine Vorgeschichte ein (die sogenannte Anamnese). Er will wissen, ob Du Operationen gehabt hast, ob Dir Diabetes oder Bluthochdruck bekannt sind, ob Du Bandscheibenprobleme hast. All das sind Ursachen erektiler Dysfunktion und deshalb fragt er natürlich danach. Wenn der Arzt gut organisiert ist (und das sind die meisten Ärzte nach meiner Erfahrung), dann füllt er dabei einen standardisierten Fragebogen aus. Er wird Dich auch fragen, ob Du Medikamente einnimmst und wann Du (noch) Erektionen hast. Zum Beispiel im Schlaf oder am Morgen.

4. Die körperliche Untersuchung

Dann wird Dich Dein Arzt körperlich untersuchen. Der erste Verdacht geht in Richtung der Gefäße, denn Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen sind der häufigste Grund für Impotenz. Der Arzt schaut sich daher z.B. Deine Venen an Armen und Beinen an und misst den Blutdruck. Dann wird Dir eine Blutprobe abgenommen, um Deine allgemeinen Blutwerte zu untersuchen. Insbesondere wird auch Dein Blutzuckerspiegel gemessen, um sicher zu gehen, dass Du nicht an Diabetes leidest, ohne es zu wissen.

Bei mir hat mein Urologe, den ich sehr schätze, auch noch eine Ultraschalluntersuchung am Penis durchgeführt. Manchen Patienten wird zusätzlich ein Medikament in den Schwellkörper des Penis gespritzt, aber das hat er bei mir zum Glück nicht gemacht. Wobei er sagte, dass das wohl nicht weh tun würde. Aber die Vorstellung ist trotzdem unangenehm. Mit der Injektion in den Penis wird eine Erektion ausgelöst und so können die Gefäße im Schwellkörper noch genauer per Ultraschall untersucht werden. Ebenfalls gibt es die Variante, dass bei begründetem Verdacht defekter Gefäße ein Kontrastmittel in den Pemnis gespritzt wird. Das Kontrastmittel ist harmlos, führt aber dazu, dass der Arzt die Gefäße unter dem Röntgenapparat ganz genau sehen kann. Man nennt das „Kavernosographie„.

Bei Bluthochdruck und Verdacht auf Atherosklerose wird zudem das Herz untersucht. Da in mehreren Untersuchungen festgestellt worden ist, dass Männer mit erektiler Dysfunktion häufiger einen Herzinfarkt erleiden, ist eine Untersuchung der Herzgefäße relativ oft Teil der Ursachenforschung des Urologen.

5. Untersuchungen der Nerven und Spezialuntersuchungen

Wenn der Arzt bis hierhin festgestellt hat, dass die Gefäße offensichtlich in Ordnung sind, dann werden die Nervenbahnen getestet. Dazu werden ganz schwache elektrische Impulse gesetzt und die Weiterleitung der elektrischen Impulse durch die Nerven überprüft. Das tut überhaupt nicht weh, es kribbelt höchstens ein wenig.

6. Messung der Erektionen im Schlaflabor

Wenn jetzt noch nicht klar ist, was genau die Ursache der erektilen Dysfunktion ist, dann kann es sein, dass Du in den Genuss des Schlaflabors kommst. „Nächtliche penile Tumeszenzmessung“ nennt man es, wenn im Schlaflabor beobachtet wird, ob Du nachts eine Erektion bekommst. Wenn Du nachts eine Erektion bekommst, dann deutet einiges auf eine psychische Impotenz hin. Das ist nicht sicher, aber wenn die Erektion in der Nacht möglich ist, dann sollte die Erektion rein organisch gesehen auch am Tag möglich sein.

7. Therapie der erektilen Dysfunktion

Wenn der Urologe die Ursache gefunden hat, geht´s an die Therapie. Das heisst oft: Verschreibung eines natürlichen oder rezeptpflichtigen Potenzmittels. Im Prinzip gibt es drei grundsätzlich unterschiedliche Ursachen und Therapieansätze für die erektile Dysfunktion:

  • Der häufigste Fall ist eine erektile Dysfunktion aufgrund von Gefäßschwäche (Durchblutungsstörungen, Atherosklerose). Die leichten bis mittleren Fälle sind durch rezeptfreie Potenzmittel wie beispielsweise Amitamin behandelbar, bei den schweren Fällen werden oft PDE-5 Hemmer verschrieben. Ich selbst hab ja mit Amitamin gute Erfahrungen gemacht. Der Vorteil eines natürlichen hochdosierten Potenzmittels auf Arginin-Basis ist natürlich, dass keinerlei Nebenwirkungen vorhanden sind, und die Qualität apothekengeprüft ist.
  • Bei psychischer Impotenz (die doch eher seltenen Fälle): wird an einen Psychotherapeuten überwiesen. Der Psychotherapeut versucht, Denkmuster und Verhaltensweisen des Betroffenen zu ändern.
  • Bei nervenbedingter Impotenz: werden sehr spezielle Therapien eingeleitet, um evtl. die Nervenblockade wieder zu lösen, oder aber es müssen mechanische Therapien für eine Impotenz begonnen werden. Die SKAT-Therapie oder gar ein Penisimplantat sind hier unter Umständen die einzige Möglichkeit, wieder zu einer Erektion zu kommen.

Ich persönlich war zum Glück nur der klassische Fall einer Potenzstörung wegen schlechter Durchblutung (beginnender Atherosklerose). Diese Fälle von Impotenz sind die häufigsten Fälle und man kann sie mit der regelmäßigen Einnahme von rezeptfreien natürlichen Potenzmitteln beheben.

Es gibt übrigens einen weiteren guten Grund, zum Urologen zu gehen: Er kann auch eine Prostata-Vorsorgeuntersuchung durchführen. Und Prostatakrebs ist immerhin die Krebsgefahr Nummer eins für Männer.